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13.04.2010

Zugunglück im Vinschgau: tiefe Betroffenheit

Vinschgerbahn von Erdrutsch verschüttet

(LPA) 9 Tote, sieben schwer und 21 leicht Verletzte: Dies ist die Bilanz des Zugunglücks im Vinschgau, wo am Montag, 12. April um kurz nach 9.00 Uhr zwischen Kastelbell und Latsch ein Zug von abgehenden Erd- und Schlammmassen verschüttet worden ist.

Gerade einmal fünf Minuten nach der ersten Meldung über das Zugunglück im Vinschgau waren die ersten Einsatzkräfte vor Ort. „Nach unseren Berechnungen muss das Unglück um kurz nach neun Uhr passiert sein, um 9.03 Uhr ist die erste Unglücksmeldung eingegangen, um 9.08 Uhr waren die ersten Einsatzkräfte an der Unglückstelle“, so Landeshauptmann Luis Durnwalder, der zusammen mit den Landesräten Thomas Widmann und Richard Theiner sofort an Ort und Stelle eintraf. Die Unglücksstelle ist schwer zugänglich, es musste deshalb zunächst ein Zugang zur Unglücksstelle geschaffen werden. „Der Unglückszug, dessen erster Waggon über die Böschung hinaus geraten war, wurde sofort stabilisiert, die Hänge über der Unfallstelle wurden gesichert und die Verletzten erstversorgt“, so der Landeshauptmann. Feuerwehren, Rettungsorganisationen, Berg- und Wasserrettung, Notfallseelsorger sowie Ordnungskräfte waren an der Unfallstelle im Einsatz. Zugute gekommen ist ihnen dabei, dass vor vier Jahren ein ähnliches Unglück im Rahmen einer Übung simuliert worden war.

„Wir können allen Einsatzkräften nur unseren Dank aussprechen“, so der Landeshauptmann. „Sie haben heute wieder einmal bewiesen, dass sie für alle Eventualitäten gerüstet sind.“ „Unser Dank gilt auch den Arbeitgebern der Einsatzkräfte, ohne deren Verständnis eine solche Organisation des Zivilschutzes nicht möglich wäre“, so Landesrat Theiner, der ergänzte: „Es ist eine Katastrophe.“ Die Bergung von Verletzten und Toten gestaltete sich überaus schwierig, weil die Waggons bis zu eineinhalb Meter von Erdreich, Geröll und Schlamm bedeckt waren. 

„Wie sich die Lage derzeit darstellt, konnte mit so einem Unglück nicht gerechnet werden, auch weil der Hang oberhalb der Unglücksstelle mit Netzen gegen Steinschlag gesichert war“, so Durnwalder. Es hat den Anschein, als ob einsickerndes Wasser den gesamten Hang in Bewegung gesetzt habe. „Regelmäßig nehmen wir alle Böschungen und Abhänge ober- und unterhalb der Gleise unter die Lupe, es hat sich hier allerdings keinerlei Gefahr abgezeichnet“, so Landesrat Widmann. „Ein solches Unglück, bei dem eine Mure einen fahrenden Zug trifft, war bis heute nicht einmal vorstellbar“, so Thomas Widmann.